Tour de Pharmacie

Diesen Sonntag ist die diesjährige Tour de France zu Ende gegangen. Von 180 Fahrern waren vier definitiv gedopt, bei einem weiteren Fahrer liegt noch keine Probe zum Geständnis vor. Die Organisatoren sind zufrieden, in deren Meinung ist das System besser geworden, Schummler müssten mehr Angst haben.

Doch ist es wirklich so? Der Radsport ist in den letzten Jahren durch die Pest der Betrüger und Dopingärzte gebeutelt worden, er lag im übertragenen Sinne auf der Intensivstation. Fuentes und seine Gehilfen haben das Menschliche am Sport zerstört, ihn zur rasenden Apotheke gemacht. Nicht das Können war mehr entscheidend, sondern das Arsenal an Pillen im Arztkoffer.

Schritt für Schritt wird dieser Sumpf jetzt ausgehöhlt, jeder Betrüger vom Rad geholt. Im Falle Riccardo Ricco hat es jeder gesehen: Diese Leistungsstärke ist nicht normal. Wegen solchen Sündern wie ihn stehen alle Fahrer unter Generalverdacht. Man weiß nicht, wer sauber ist oder wer sich hat helfen lassen. Deswegen ist noch keine Zeit zum Schulterklopfen bei den Organisatoren. Erleichterung und Genugtuung dürfen herrschen, aber keine Zufriedenheit. Dem Patienten Radsport geht es wieder besser, doch von Heilung kann noch keine Rede sein.

2 Reaktionen zu “Tour de Pharmacie”

  1. wemaflo

    schrieb am 29. Juli 2008 um 23:00 Uhr:

    Ich empfehle als Begleitlektüre zur Tour de France die letzte Ausgabe von Extra3! Dort wurde das Spielfigurenset “Radrennprofi” und die Zusatzsets wie z.B. die mobile Apotheke angepriesen… Ich fand das durchaus gut gemacht.
    http://extra3.de

    Mal sehen, wie viele Fälle es im nächsten Jahr noch gibt. Vielleicht gibt es ja noch eine saubere Tuor de France.

  2. wemaflo

    schrieb am 29. Juli 2008 um 23:02 Uhr:

    Ich meinte natürlich http://ndr.de/extra3

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